Geschichte der Arbeitsprojekte
Arbeitsprojekte
Die ursprüngliche Idee des „Hauses der jungen Arbeiter“ war es, jungen Arbeitern vor allem aus Kärnten und der Steiermark, die in den Jahren der boomenden Wirtschaft nach Vorarlberg kamen, Unterkunft und Heimat zu bieten und ihnen beim Aufbau einer Existenz im „Ländle“ zu helfen (s. Wohnprojekte). Im Laufe der Jahre veränderte sich das Klientel des Hauses, und es brauchten zunehmend jene Hilfe und Unterstützung, die der Arbeitsmarkt „freigesetzt“ hat, die mit den Anforderungen nicht Schritt halten können oder die aus den unterschiedlichsten Gründen an den Rand unserer Gesellschaft gedrängt werden.
Vor diesem Hintergrund entwickelte der langjährige Leiter des Hauses der jungen Arbeiter, Kaplan Emil Bonetti, die Idee, „seinen“ Bewohnern nicht nur Unterkunft und Verpflegung zu bieten, sondern auch Arbeit und Beschäftigung. Er wollte damit der Jugend- und Langzeitarbeitslosigkeit gegensteuern, aber auch in der Leistungsgesellschaft gescheiterten Menschen einen schrittweisen Wiedereinstieg in den Arbeits- und Erwerbsprozess ermöglichen.
Im Herbst 1991 gründete Bonetti den Verein „Arbeitsprojekt Haus der jungen Arbeiter“, um den neuen Beschäftigungsangeboten eine eigene Rechtsstruktur zu geben. Wurden anfangs noch vor allem Heimarbeit für befreundete Industrieunternehmen direkt im Haus der jungen Arbeiter abgewickelt, konnte ergänzend dazu schon bald eine eigene Tischlerei in der Mähdlegasse eröffnet werden, in welcher unter Anleitung eines Tischlermeisters einfache Holzarbeiten (z. B. Kisten, Vogelhäuser, Paletten, Fußschemel, …) erledigt werden konnten. 1997 wurde zusätzlich eine größere Werkstätte in der Lustenauerstraße erworben. Darin werden bis heute vor allem Lohnarbeiten verschiedener Art für heimische Auftraggeber (z. B. Montagearbeiten für Elektronik-, Metall- und Holzbauunternehmen, Sortier- und Verpackungsarbeiten, …) abgewickelt.
Durch Förderungen des AMS, des Landes Vorarlberg und aus dem Europäischen Sozialfonds (esf) sowie durch beachtliche Eigenerlöse aus den o. a. Aufträgen können mittlerweile über 60 Arbeiter/innen und 10 Schlüsselkräfte beschäftigt werden.
Mit dem Tod von Kaplan Bonetti im Juli 2007 wurde im „Haus der jungen Arbeiter“ ein umfassender Organisationsentwicklungsprozess eingeleitet. Dies führte im Herbst 2009 zu einer Einbringung des Betriebs der Arbeitsprojekte in die neu gegründete „Kaplan Bonetti gemeinnützige GmbH“ und in der Folge zur Auflösung des Vereins „Arbeitsprojekt Haus der jungen Arbeiter“. Damit sind nun die Kaplan Bonetti Wohnprojekte, die Beratungsstelle und die Arbeitsprojekte unter dem Dach einer Trägerorganisation zusammen geführt.



