Vernissage „Doppelt verwoben“ – Kunst als Spiegel des Lebens
Schon beim Ankommen wurde deutlich: Dieser Abend ist mehr als eine klassische Ausstellungseröffnung. Es geht um Begegnung, um Geschichten – und um das, was Menschen miteinander verbindet.
Geschäftsführer Wolfgang Grabher griff in seiner Eröffnungsrede genau diesen Gedanken auf. Der Titel der Ausstellung sei treffend gewählt, denn viele Herausforderungen im Leben seien „nicht einfach, sondern doppelt verwoben“. Diese Vielschichtigkeit präge auch den Alltag der Menschen, die sich an Kaplan Bonetti wenden – und mache deutlich, wie wichtig Orte sind, an denen Austausch, Verständnis und neue Perspektiven entstehen können.
Eine tiefere, beinahe poetische Annäherung an das Werk von Marisa Kathan bot Gabi Bösch. Sie führte das Publikum in die Bildwelt der Künstlerin ein, die stark von Naturerfahrungen geprägt ist. Farben, Formen und Erinnerungen aus einem Garten verdichten sich in ihren Arbeiten zu einer „Fülle, die bleibt“ – zu Eindrücken, die sich über Jahre hinweg im Inneren festsetzen und künstlerisch Ausdruck finden.
Besonders eindrücklich beschrieb Gabi Bösch den Entstehungsprozess der Werke: Schichten werden aufgetragen, überdeckt und wieder freigelegt. Was zunächst verborgen ist, wird später sichtbar gemacht – ein Vorgang, der an persönliche Lebenswege erinnert. Erfahrungen, Brüche und Entwicklungen schreiben sich ein, überlagern sich und formen schließlich das, was sichtbar wird.
So entstehen Bilder, die an „mehrfach gewobene Teppiche“ erinnern – komplex, vielschichtig und voller Geschichten. Sie erzählen von Vergangenheit und Gegenwart, von Verlust und Hoffnung, von dem, was war, und dem, was bleibt.
Die Vernissage wurde so zu einem Abend, der Kunst und Leben miteinander verknüpfte. Zwischen Gesprächen, Begegnungen und dem gemeinsamen Betrachten der Werke entstand ein Raum, der genau das möglich machte, was Kaplan Bonetti wichtig ist: Verbindung, Austausch und ein offenes Miteinander.
Die Ausstellung ist noch bis Herbst 2026 in der Kantine von Kaplan Bonetti zu sehen und kann jeweils von 14:00 bis 16:00 Uhr von Besucher:innen und Kunstinteressierten besichtigt werden.